Die deutsche Lotterie-Brokerage Zeal Network SE hat einen Anteil von 96,5 % an der britischen SevenCanyon Limited erworben und damit ihren offiziellen Einstieg in den britischen Sektor für Gewinnspiele markiert. Die Übernahme wurde am Donnerstag bekannt gegeben und umfasst etablierte digitale Plattformen wie 7days Performance, Redline Competitions und UK Carp Competitions.
Transaktionsstruktur und Finanzierung
Vor dieser Transaktion hielt Zeal bereits eine Beteiligung von 3,5 % an SevenCanyon. Der Kaufpreis für die verbleibenden Anteile beträgt rund 33,8 Millionen Pfund, vorbehaltlich nachträglicher Anpassungen, sowie eine zusätzliche Earn-out-Zahlung von bis zu 4,8 Millionen Pfund, die innerhalb von sechs Monaten fällig wird.
Die Finanzierung der Transaktion sicherte sich das Unternehmen durch einen zehnjährigen Terminkredit in Höhe von 40 Millionen Euro, der von der Deutschen Bank arrangiert wurde.
Strategische Expansion und finanzielle Aussichten
Die Führungskräfte von Zeal beschrieben den Schritt als Maßnahme zur geografischen und produktspezifischen Diversifizierung. CEO Dr. Stefan Tweraser merkte an, dass SevenCanyon ein erfolgreicher Betreiber sei und die Übernahme es dem Unternehmen ermögliche, sofort in einem wachsenden Markt zu starten.
CFO Andrea Behrendt betonte, dass das Geschäft hochprofitabel sei und die Kreditfinanzierung die Flexibilität von Zeal für zukünftige Kapitalallokationen erhalte.
Die Übernahme soll sich positiv auf die EBITDA-Entwicklung auswirken und nach der Konsolidierung zum Umsatz des Konzerns beitragen. Zeal bestätigte seine EBITDA-Leitzahl für 2026 in Höhe von 70 bis 75 Millionen Euro unter der Annahme eines normalen Jackpot-Umfelds in Deutschland. Für das Geschäftsjahr 2025 berichtete das Unternehmen über einen Umsatz zwischen 205 und 215 Millionen Euro, was die Prognosen von September um 2 % übertraf, während das EBITDA 68,8 Millionen Euro erreichte.
Das Interesse an der Gewinnspiel-Vertical war seit der Ergebnispräsentation für das Geschäftsjahr 2025 im März ein Fokus, als Tweraser die Investitionskapazität des Unternehmens hervorhob. Der ehemalige CEO Helmut Becker hatte zuvor angemerkt, dass Gewinnspiele jüngere Zielgruppen ansprechen und Möglichkeiten für Produktinnovationen bieten.
Der britische Sektor gilt als attraktiv, da er außerhalb strenger Lotterieregulierungen operiert.